Über 3000 Tonnen Müll fallen täglich in La Paz, El Alto, Santa Cruz und Cochabamba an. Umweltbewusstsein ist noch wenig ausgeprägt und so häufen sich massenweise organische, recyclebare und giftige Abfälle in offenen Halden und „wilden“ Deponien. Aufgrund der stark verbreiteten Armut suchen immer mehr Personen als Abfallsammler nach zusätzlichem Einkommen. Zu einem erheblichen Teil durchsuchen Frauen nachts unter unwürdigen Bedingungen und unter erheblichen gesundheitlichen Risiken Berge von Müll nach verwertbarem Material.
In Kooperation mit dem Partner Swisscontact, Schweizerische Stiftung für technische Entwicklungs-Zusammenarbeit, und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), ebenfalls Schweiz, sowie in Abstimmung mit den lokalen Stadtverwaltungen engagiert sich die Siemens Stiftung in einem Projekt zur Verbesserung der Abfallwirtschaft der vier Großstädte durch bessere Müllerfassung und professionelles Wertstoff-Recycling. Das Projekt
Müllsammler(innen), die in extremer Armut leben, erhalten ein berufliches Training und Beratung und können sich zu Kleinunternehmern weiter entwickeln. Ihr bislang informeller Status wird legalisiert, durch ihre unternehmerische Tätigkeit steigen ihr Einkommen und ihr soziales Ansehen. Etwa 300 Arbeitsplätze werden neu geschaffen oder aufgewertet.
Ein weiterer Projektpartner, die Fundare Stiftung für Recycling, sorgt zusammen mit den Stadtverwaltungen für die notwendige Kommunikations- und Aufklärungsarbeit zu den Themen Umwelt, Abfalltrennung und Recycling und Hygiene in den Stadtbezirken („Quartiere). Nur mit mehr Umweltbewusstsein verbessert sich die Umweltsituation in den Städten nachhaltig.