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Discussion Paper

Frühkindliche Sprachförderung in Deutschland – Hintergründe, Problematik, Lösungsansätze

Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung und Siemens Stiftung veröffentlichen Discussion Paper „Dem Nachwuchs eine Sprache geben – Was frühkindliche Sprachförderung leisten kann“

Der Integrationsbericht der Bundesregierung vom Januar 2012 unterstreicht erneut den Stellenwert guter Deutschkenntnisse für gesellschaftliche Teilhabe und mehr Chancengleichheit. Doch: Jedes zweite bis dritte Kind mit Migrationshintergrund, aber auch jedes zehnte Kind, das mit Deutsch als Muttersprache aufwächst, weist Sprachdefizite auf. An Programmen, die dies beheben sollen, herrscht kein Mangel, aber der Nachweis ihrer Wirksamkeit konnte bisher nicht erbracht werden. Was sind die Gründe dafür? Und wie realistisch sind die Erwartungen an die Förderung überhaupt? Welche Ansätze gibt es und wie geeignet sind sie? Das Berlin-Institut hat den aktuellen Diskurs zum Thema Integration und Sprachförderung in Deutschland zusammengefasst, ausgewertet und gesellschaftlich verortet. Als Ergebnis stellt das Discussion Papier „Dem Nachwuchs eine Sprache geben – was frühkindliche Sprachförderung leisten kann“ neun Kriterien auf, die für eine gelungene Sprachförderung von zentraler Bedeutung sind.

Die Empfehlungen des Berlin-Instituts beruhen auf der Analyse von demografischen Daten, der gängigen Praxis zur  Sprachstandserhebung und sprachwissenschaftlichen Ansätzen zum frühkindlichen Spracherwerb. Beleuchtet wurden dabei vor allem die Situation von Kindern bildungsferner Schichten sowie die von Kindern mit Migrationshintergrund.

Hauptursachen für Sprachdefizite

Als einen wesentlichen Grund für die Sprachdefizite dieser Kinder macht das Discussion Paper das fehlende „Sprachbad“ aus. Denn der so bezeichnete tägliche Umgang mit der Sprache, der für einen mühelosen Erwerb des Deutschen nötig wäre, ist im Leben vieler Kinder keine Selbstverständlichkeit. So geht ein Drittel der nicht-deutschsprachigen Kinder in eine Kita, in der die Mehrheit der anderen Kinder ebenfalls nicht mit Deutsch als Muttersprache aufwächst. Es ist daher entscheidend, dass das Personal in den Kindergärten für das Thema sensibilisiert und darin geschult wird, wie es die Sprachkompetenz ihrer Schützlinge fördern kann. Denn die Förderung ist aktuell oft zu kurz und die Kursleiter sind nicht ausreichend auf ihre Aufgabe vorbereitet. Auch einzelne Sprachkurse können die Sprachförderung im Alltag nicht ersetzen, sondern bestenfalls ergänzen. So die Ergebnisse des Discussion Papers.

Kernelemente für die frühkindliche Förderung

Aus dem aktuellen Diskurs in Wissenschaft und Fachpraxis leitet das Discussion Paper neun Kernelemente für eine erfolgreiche Sprachförderung ab: Dazu gehören unter anderem der systematische Einbezug der Erstsprache des Kindes, die kontinuierliche Schärfung des Sprachbewusstseins der Erzieherinnen und Erzieher sowie die individuelle Förderung der Kinder entsprechend ihres Sprachentwicklungsstandes. Und nicht zuletzt: dem Spracherwerb Zeit zu geben.

Das Discussion Paper ist mit Unterstützung der Siemens Stiftung entstanden. Die Siemens Stiftung setzt sich für ein gleichberechtigtes Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft ein. Der Spracherwerb bildet hierbei eine Schnittstelle: Sprache ist die Grundlage für optimale Bildungs- und Lebenschancen. Die Siemens Stiftung unterstützt daher besonders Kinder mit Migrationshintergrund ab dem dritten Lebensjahr beim Erlernen der deutschen Sprache.

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